Kurz-Fakten

  • Erste Regel der Spezifikation: kein ARIA, wenn ein natives Element dieselbe Bedeutung mitbringt
  • ARIA ändert nur, was angesagt wird – nie das Verhalten: Tastaturbedienung muss zusätzlich programmiert werden
  • aria-label überschreibt den sichtbaren Text für Screenreader; unbedacht gesetzt entsteht ein Widerspruch zwischen Gesehenem und Gehörtem
  • aria-hidden="true" entfernt einen Bereich aus dem Zugänglichkeitsbaum, lässt ihn aber sichtbar
  • Falsches ARIA ist nachweislich schlechter als gar keines

Einordnung für die Praxis

Der typische Fehlgriff ist role="button" an einem <div>. Die Ansage stimmt danach, aber das Element reagiert weiterhin nicht auf Tastatur und ist nicht fokussierbar – der Screenreader kündigt eine Schaltfläche an, die sich nicht betätigen lässt. Ein echtes <button> hätte alles davon mitgebracht.

Sinnvoll ist ARIA dort, wo HTML nichts anbietet: Statusmeldungen, die vorgelesen werden sollen, aufklappbare Bereiche mit ihrem Zustand, Beziehungen zwischen weit auseinanderliegenden Elementen.

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