HTML5 ist seit dem 28. Oktober 2014 W3C-Empfehlung. Wer heute HTML lernt, lernt im Kern diese Fassung – mit einer Einschränkung, die weiter unten steht.

Die drei Neuerungen, die im Alltag zählen

Bereichselemente. Vorher trug ein div mit passender Klasse die Struktur. Seit HTML5 gibt es Elemente, die ihre Rolle selbst benennen:

<body>
  <header>…</header>
  <nav>…</nav>
  <main>
    <article>
      <h1>Titel</h1>
      <section>…</section>
    </article>
    <aside>…</aside>
  </main>
  <footer>…</footer>
</body>

Der Unterschied ist nicht kosmetisch: Screenreader bieten diese Bereiche als Sprungliste an. Eine Navigation lässt sich damit in einem Schritt überspringen.

Medien ohne Zusatzsoftware. Ton und Video liefen vor HTML5 über Flash. Heute genügt ein Element:

<video controls poster="/vorschau.jpg" preload="none">
  <source src="/film.webm" type="video/webm">
  <source src="/film.mp4"  type="video/mp4">
  <track src="/untertitel.vtt" kind="captions" srclang="de" label="Deutsch">
  <p>Ihr Browser kann dieses Video nicht abspielen.
     <a href="/film.mp4">Datei herunterladen</a></p>
</video>

Formularfelder mit Bedeutung. Feldtypen wie email, tel, url, date, number und color steuern die Tastatur auf Mobilgeräten und eine einfache Prüfung – ohne eine Zeile JavaScript. Kennt ein Browser einen Typ nicht, behandelt er das Feld als Textfeld. Deshalb ist der Einsatz gefahrlos.

Die Sache mit der Versionsnummer

Nach HTML5 folgte keine HTML6. Am 28. Mai 2019 unterzeichneten W3C und WHATWG eine Vereinbarung, gemeinsam an einer Fassung zu arbeiten. Gepflegt wird sie als Living Standard bei der WHATWG – fortlaufend, ohne Versionsnummern.

Für die Praxis heißt das: Es gibt keinen Zeitpunkt mehr, an dem man „auf die neue Version umstellt". Der Doctype bleibt derselbe, neue Elemente kommen hinzu, veraltete verschwinden allmählich.

<!DOCTYPE html>

Das ist die vollständige Deklaration. Längere Varianten mit DTD-Verweis stammen aus HTML 4 und XHTML und werden nicht mehr gebraucht.

Was HTML5 abgeschafft hat

Verschwunden sind Elemente, die Gestaltung statt Bedeutung beschrieben: font, center, big, strike sowie die Rahmentechnik mit frameset. Browser stellen manches davon noch dar, gültig ist es nicht. Wer eine alte Seite übernimmt, findet hier den größten Teil der Validierungsfehler.