Kurz-Fakten
- Der DOM entsteht beim Parsen und wird in einem eigenen Standard der WHATWG beschrieben, nicht in der HTML-Spezifikation
- Fehlerhaftes Markup wird beim Aufbau des Baums nach festen Regeln repariert – der Baum kann daher von der Datei abweichen
- Der Baum ist nicht auf JavaScript beschränkt: Screenreader und Suchmaschinen arbeiten ebenfalls damit
- Ansicht des Quelltextes zeigt die Datei, das Element-Werkzeug im Browser zeigt den aktuellen Baum
- Änderungen am Baum sind flüchtig: ein Neuladen stellt den Ausgangszustand her
Einordnung für die Praxis
Der Unterschied zwischen Datei und Baum erklärt eine ganze Klasse von Missverständnissen. Wer im Entwicklerwerkzeug ein <tbody> sieht, das im Quelltext nicht steht, hat keinen Fehler gefunden: Der Parser ergänzt es, weil das Inhaltsmodell einer Tabelle es verlangt.
Für die Suchmaschinenoptimierung folgt daraus, was zählt: Google rendert Seiten und wertet den fertigen Baum aus. Nachgeladene Inhalte sind also nicht grundsätzlich unsichtbar – aber sie kosten einen zweiten Durchgang und damit Zeit.